Reisen und der Versuch der Kontaktaufnahme

Nach meinem Vertiefungskurs I, in dem ich unter anderem auch lernte in die Unterwelt zu reisen, beschloss ich mit Hilfe meines Krafttieres auch andere Welten zu besuchen, erforschen und zu begreifen.

So war ich in der Oberwelt und traf dort auf alte Freunde. „Ich bin wieder da.“, rief ich ihnen zu. Und sie antworteten lachend: „Das wurde aber auch Zeit.“

Dann gingen wir in die Totenwelt. Zum einen wollte ich wissen wie es da aussieht und zu anderen war ich neugierig, wer da Zwischenstation macht. Denn der Tod ist erst der Anfang und nicht das Ende, wie viele Menschen meinen.

Ich sah riesige Rinder- und Schweineherden über unendliche Weiten galoppieren. Fröhlich und ausgelassen rannten sie über die wogenden Felder. Kein Zaun hielt sie auf.

Was für ein schlimmes Leben sie auch unter uns Menschen erleiden mussten, hier waren sie frei und glücklich.

Es ist tröstlich zu wissen wohin sie nach ihrem Tod kommen. Wohin und wann sie dann weitergehen, entscheiden sie selbst. Genauso wie wir Menschen auch.

Ich habe die Vermutung, dass sich Komapatienten in diesen Welten verirren und nicht von sich aus zurückfinden. Zumindest sagt mir das meine Intuition und mein Krafttier hat es bestätigt. Um mich selbst davon zu überzeugen, wagte ich einen Schritt:

Der Freund eines alten Schulfreundes von mir, liegt seit einigen Monaten im Wachkoma. Wie er mir berichtete, macht dieser hin und wieder die Augen auf aber man weiß nicht genau, ob er seine Umgebung bewusst wahrnimmt. Er wird künstlich ernährt, atmet selbständig und hört seinen Partner wenn dieser mit ihm spricht. Der Freund nimmt auch andere äußere Reize wahr, zum Beispiel spürt er, wenn jemand fremdes im Raum ist. Dann wird er unruhig.
Ich frage also meinen alten Schulfreund, von dem ich wusste, dass er einen Draht zu „Übersinnlichem“ hat, ob ich mit seinem Freund Kontakt aufnehmen dürfte. Ich gab ihm aber keine Hoffnung, ob ich ihn finde, er mit mir redet und evtl. den Weg zurück findet. Er sagte, er nimmt alles an was helfen könnte. Somit hatte ich seine Erlaubnis was mich sehr freute.

Wenige Tage später besuchte ich meinen alten Schulfreund und seinen Freund und machte mir ein Bild. Prägte mir das Gesicht des Freundes gut ein, ging nach draußen zum Räuchern und um mich zu sammeln. Setzte mich dann mit meiner Handtrommel draußen auf mein Schaffell und trommelte mich in Trance. Ich landete ziemlich schnell in der Totenwelt.

Ich ging barfuß einen Sandstrand entlang. Kein Wind, stille See, keine Gerüche. In der Ferne sah ich einen jungen Mann. Er saß mit freiem Oberkörper im Schneidersitz im Sand und starrte aufs Meer. Kein Zwinkern, kein Atmen, keine Reaktion. Er ignorierte mich, als ich mich neben ihn setzte, mich vorstellte und ihm erzählte, dass alle – Familie und Freunde – auf ihn warten und er doch mitkommen möchte, dass dieser Strand nicht echt war. Dass er körperlos war. Er starrte weiter aufs Meer und als ich mich vor ihn stellte, sah er durch mich hindurch.

Ich gab nicht auf, weil ich mir sicher war, dass er mich hörte und verstand, dass er nur irgendwie nicht in der Lage war, auf mich zu reagieren, aufzustehen und mitzukommen. Ich nahm an, dass er vergessen hatte wie er an den Strand kam und deshalb vielleicht aus Angst lieber sitzen blieb. Ich sagte ihm: „Wenn du soweit bist zu gehen, dann steh auf, dreh dich um und geh diesen Tunnel vor dir bis zum Ende.“
Ich verabschiedete mich und ging meinen Weg zurück. Mehr konnte ich nicht tun, was mich leicht frustete.

Als ich im Garten meines Schulfreundes wieder zu mir kam, ging ich rein zu den beiden. Eine Reaktion während des Trommelns oder des Kontaktes konnte nicht festgestellt werden. Ich berichtete, dass ich seinen Freund zwar gefunden hatte aber er nicht mir geredet hatte und auch nicht mitkommen wollte.

„Einen Versuch war es wert.“, meinte mein Schulfreund.

Ich bedanke mich an dieser Stelle noch mal für das mir entgegengebrachte Vertrauen, dass ich diesen eher außergewöhnlichen Weg gehen durfte und somit meine Sinne weiterbilden konnte.

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Jens Rhinow

Heilpraktiker für Psychotherapie bei Beratungspraxis Rhinow
Mein Anliegen sind die Menschen. Die Menschen als Ganzes. Jeder Mensch hat individuelle Schwierigkeiten mit seinem Leben, aber er bleibt ein Mensch, der ein Recht darauf hat glücklich zu sein und zufrieden zu leben. Das ist mein Ziel, was ich allen Klienten näher bringen möchte.
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