Was ist eigentlich … Psychotherapie?

Was ist eigentlich … Psychotherapie?

Fachlich gesehen ist Psychotherapie die Behandlung/ Therapie psychischer Erkrankungen mit den Mitteln der Kommunikation.

Was heißt das aber genau?

Um das zu betrachten nehmen wir die oben genannte Beschreibung mal auseinander und werden sehen, dass man sich über Definitionen immer streiten kann.

Therapie ist immer eine Maßnahme, die durchgeführt wird um eine Behinderung, Krankheit oder Verletzung zu behandeln/ zu Versorgen. Ziel ist dabei immer, dass die Symptome (Krankheitszeichen) sich bessern oder (im Optimalfall) eine Heilung ermöglicht bzw. beschleunigt wird. Zur Therapie gehört immer auch die Feststellung einer Krankheit.

Eine psychische Erkrankung ist eine Erkrankung des „Organs“ Seele.

Die oben aufgeführten Mittel der Kommunikation bedeuten, dass man zunächst mal miteinander redet. Hier werden verschiedene Techniken benutzt, damit der Patient selber Wege finde wieder gesund zu werden oder zumindest eine Linderung der Symptome erfährt.

Was für Methoden/ Techniken der Psychotherapie gibt es?

Hier betrachten wir mal ein paar Techniken/ Schulen der Psychotherapie:

  • Psychoanalyse: In der Psychoanalyse geht man davon aus, dass ein Entwicklungsvorgang nicht korrekt durchlaufen wurde und dadurch verdrängte Konflikte vorliegen, die durch eine Situation jetzt wieder hervorgerufen wurden. Klassischerweise liegt der Patient z.B. auf einer Couch und der Behandelnde sitzt außerhalb des Sichtfeldes. Ziel ist hier aufzudecken, welcher Konflikt vorliegt und wann er entstanden ist. Eine Besserung soll einsetzen, wenn dieser Konflikt gelöst wurde.
  • Tiefenpsychologische Verfahren: Basieren auf der Psychotherapie und verfolgen ähnliche, aufdeckende Ansätze. Das Setting und die Methoden unterscheiden sich etwas.
  • Verhaltenstherapie: In der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass ein Verhalten (also z.B. eine Angst oder ein Zwang) erlernt wurde und auch wieder verlernt werden kann. Hier erarbeitet der Patient zusammen mit dem Therapeuten ein Konzept, wie das Verhalten geändert werden kann. Dazu gibt es verschiedene Methoden, aber das würde hier zu weit führen.
  • Humanistische/ personenzentrierte Therapie: Das humanistische Weltbild geht davon aus, dass jeder Mensch die Tendenz hat sich zum Positiven zu entwickeln. Weiterhin geht man davon aus, dass es zu Erkrankungen kommt, wenn diese Entwicklung gestört wird und derjenige sich nicht so entwickeln kann, wie es für ihn richtig wäre. In der humanistischen Therapie geht man nun davon aus, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt seine psychische Erkrankung mit eigenen Mitteln zu heilen. Jeder ist der Experte für sein eigenes Leben. Grundsätzlich sind noch die drei Grundhaltungen erwähnenswert, die der Therapeut haben muss: Empathie, Echtheit und bedingungslose Wertschätzung.
  • Systemische Therapie: Bei der systemischen Therapie geht man davon aus, dass eine psychische Krankheit daher kommt, weil ein (soziales) System gestört ist. Also zum Beispiel, wenn die Kommunikation in der Familie nicht so optimal läuft. Dann geht man davon aus, dass dieses System krank ist und der Patient, der zu einem gekommen ist, lediglich der Symptomträger ist. Ganz offensichtlich kommt diese Methode vermehrt in Familienberatung/ -therapie und Paarberatung/ -therapie vor.

War das alles?

Nein, es gibt selbstverständlich viele verschiedene Abstufungen der einzelnen Methoden, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Wichtig zu erwähnen wäre ggf. noch die Hypnose, aber offiziell zählt sie zu den Entspannungsverfahren.

Was ist wichtig zu beachten?

Nicht jeder Mensch darf einfach so Psychotherapie anbieten. In Deutschland ist das sehr strikt geregelt, da man nur heilend tätig werden darf, wenn man eine Erlaubnis dazu hat. Und Therapie ist Heilung.

In Deutschland dürfen nur folgende Berufsgruppen Psychotherapie anbieten:

  • psychologische Psychotherapeuten (haben Psychologie studiert und sich psychotherapeutisch weitergebildet und haben eine Approbation)
  • ärztliche Psychotherapeuten (Ärzte, die eine psychotherapeutische Weiterbildung haben)
  • Kinder- und Jugendpsychotherapeut (abgeschlossenes Studium in Psychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik, in manchen Bundesländern auch Musiktherapie, Sozialarbeit, Heilpädagogik oder Lehramt. Danach Ausbildung zum Kinder und Jugendpsychotherapeuten)
  • Heilpraktiker (ohne Einschränkung)
  • Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (auch: Heilpraktiker für Psychotherapie)

Wer sich wie nennen darf ist in diversen Gesetzen geregelt.

Wichtig zu nennen ist hier:

  • Das Psychotherapeutengesetz, in dem klar geregelt ist, dass man sich nur Psychotherapeut nennen darf, wenn man studiert hat und anschließend Weiterbildungen etc besucht hat. Gleiches gilt für Kinder- und Jungendpsychotherapeuten
  • Das Gesetz zur berufsmäßigen Durchführung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz), in dem klar geregelt ist, dass man sich nur Heilpraktiker (egal ob eingeschränkt oder nicht) nennen darf, wenn man eine (staatliche) Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde erhalten hat.

Tja, das war es erstmal als grober Überblick, was mit Psychotherapie zu tun hat.

Solltet Ihr Fragen haben, so wendet Euch gerne an uns oder vereinbart einen Termin über den Bereich Psychotherapie

Ich hoffe Ihr konntet etwas mitnehmen und bis zum nächsten Mal wünsche ich Euch eine schöne Zeit.

Euer Jens

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Jens Rhinow

Heilpraktiker für Psychotherapie bei Beratungspraxis Rhinow
Mein Anliegen sind die Menschen. Die Menschen als Ganzes. Jeder Mensch hat individuelle Schwierigkeiten mit seinem Leben, aber er bleibt ein Mensch, der ein Recht darauf hat glücklich zu sein und zufrieden zu leben. Das ist mein Ziel, was ich allen Klienten näher bringen möchte.
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